Dienstag, September 07, 2010
   
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Wetterservice Düren

Erlebnispfad Nettersheim: Den alten Römern auf der Spur

Erlebnispfad Nettersheim

Dass die Eifel Zeitzeuge der einst römischen Besatzung in Deutschland ist, sollte jedem nicht fremd sein. Nirgens wurden so viele archäologische Funde wie hier ans Tageslicht gebracht und es ist schon sehr faszinierend, wie viele Schätze in Form von Mauerwerken, Werkzeugen und Gefäße noch unter der Erde ruhen.

Das kleine Eifeldorf Nettersheim, elf Kilometer nördlich von Blankenheim an der Eisenbahnstrecke Köln - Trier gelegen, lässt uns einen besonderen Einblick in das damalige Leben der Römer genießen.

Wir waren für Sie auf dem Erlebnispfad Nettersheim unterwegs, um Ihnen einige Eindrücke aus der Vergangenheit anschaubar zu machen.

 

 

Wer nicht mit dem Auto nach Nettersheim fahren möchte oder kann, dem empfehlen wir die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Von Düren bringt uns die Buslinie SB98 vom Bahnhof/ZOB zum Bahnhof Euskirchen (Fahrpläne auf www.avv.de). Von dort aus geht es mit dem Eifel-Express (Köln Messe/Deutz - Trier) weiter über Mechernich, Kall und Urft nach Nettersheim.

Hier steigen wir aus und gehen rechts über die Brücke und queren die Straße. Dort führt links ab ein gepflasterter Weg zum Ausgangspunkt des Erlebnispfades, dem Naturschutzzentrum Eifel.

Zur Übersicht möchten wir Ihnen diese Karte zeigen, bereitgestellt vom Naturschutzzentrum Nettersheim (Klick auf die Karte zur Vergrößerung):

 Erlebnispfad Nettersheim

Wir starten unsere Tour und kommen nach wenigen Gehminuten bereits an der nächsten Station an. Die Kalkbrennöfen sind zusammen mit den Werkhäusern die historischen Überreste der Kalkbrennerei aus dem 19. Jahrhundert.


Erlebnispfad Nettersheim von Wetterservice Düren - Album.de

Die Werkhäuser gehörten einst zu einem Kalkwerk, in dem gebranntes Kalkgestein gemahlen wurde. Der Kalkstein wurde im oberhalb gelegenen Steinbruch (Kaninhecke) abgebaut.
Heute sind in den Werkhäusern verschiedene Ausstellungen zu besuchen.


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Hinter den Werkhäusern führt uns eine Treppe hinauf zu einem schmalen Pfad und lädt uns zu einer Reise in die Baumwipfel ein. Wer sich ganz ruhig verhält, kann verschiedene Vogelarten und Eichhörnchen in den Baumwipfeln ausmachen. Wir möchten noch kurz erwähnen, dass der gesamte Erlebnispfad auch barrierefrei zu genießen ist, denn die Sehenswürdigkeiten liegen direkt an einem breiten Forstweg.

Nun geht es wieder hinunter auf dem Hauptpfad. Wer möchte, kann rechts abbiegen und sich am "Eifelhaus" stärken. Wir gehen jedoch weiter zur nächsten Station, dem Abenteuerspielplatz. Dieser ist zum Teil im Wald gelegen und bietet den kleinen Forschern an verschiedenen Spielgeräten viel Spaß.

Weiter führt uns der gut beschilderte Weg durch den Wald und macht uns am heutigen Tag bei Temperaturen um 30°C das Wandern etwas angenehmer. Doch Vorsicht! Auf dem Weg ist nicht jedes Wesen so schnell wie wir, wie sich wohl auch diese Weinbergschnecke dachte:


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Als siebte Station erreichen wir nun den Römerweiher. Dieser ist der Lebensraum für Frösche, Wasserfledermäuse, Libellen und natürlich auch den vielen Fischarten. Eine Sonnenliege aus Holz sowie ein Rastplatz laden zum Verweilen ein. Dies sollte man auch ruhig für eine halbe Stunde tun, denn hier gibt es Vieles zu beobachten.


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Unzählige Libellen, ob groß oder klein, fliegen hier wild umher. Ein wahres Paradies für (Makro-)Fotografen:


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Wer genau auf die Wasseroberfläche schaut, kann die Frösche nicht nur hören sondern auch sehen:


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Ein letzter Blick auf den Römerweiher, dann geht es weiter zur 8. Station, dem Matronenheiligtum "Görresburg". Bis zu diesem archäologischen Denkmal vergehen jedoch zunächst ein paar Minuten und wir überqueren  die Bahnstrecke Köln - Trier:


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Nun führt uns rechts eine Steigung hinauf zur Tempelanlage "Görresburg". Es gibt zwei Möglichkeiten, diese zu erreichen. Entweder die Asphaltstrecke (links, für Kinderwagen, Röllstühle) oder den Schotterpfad für die gut besohlten Wanderer (rechts).

Auch Botaniker kommen voll auf ihre Kosten, denn überall blüht es farbenfroh:


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Nun sind wir an der alten Tempelanlage "Görresburg" angekommen. Ausgrabungen im Jahre 1909 sowie in jüngerer Zeit brachte Erkenntnisse über den Aufbau dieses heiligen Bezirkes aus der Römerzeit. Eine Umfassungsmauer schließt drei kleine Bauten (,,celloe”) ein. Bei der größten, nördlichen Cella handelt es sich um ein Heiligtum vom Typ ,,gallo-römischer Umgandstempel”. Hier wurden die Aufanischen Matronen verehrt, wie die Inschriften auf den ihnen gewidmeten Weihesteinen bezeugen. Die Matronen waren einheimische Mutter-(Fruchtbarkeits-) und Schutzgottheit, meist als Dreiheit dargestellt. Ihre Beinamen leiten sich vermutlich von Personen-Sippen-oderStammesnamen her. Die meisten der 40 Inschriftensteine hatten Angehörige einer nahen Benefiziaier-(Straßenpolizei-)Station gestiftet. Südlich, dicht außerhalb dieses abgeschloßenen Bereichs, finden sich weitere Gebäudereste, wahrscheinlich die Ausläufer einer dorfähnlichen Siedlung(,,vicus”). Nördlich des Heiligtums ist heute noch ein Hohlweg erkennbar, der auf die römische Straße nach Marmagen hinunter führt. Die Teilrekonstruktion der gesamten Anlage durch flache Aufmauerung erfolgte entsprechend den Grabungsbefunden mit Kalkstein-und Grauwackemauerwerk. Bauzeit ca. 2.-4. Jahrhundert.


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Nach einer Besichtigung geht es nun wieder hinunter. Auf dem Weg zur nächsten Station kann man einen herrlichen Ausblick über die Höhen des Tales genießen:


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Weiter geht es zum Steinbruch "Steinrütsch", wo Gesteinsfreunde wohl ihre wahre Freude haben. 


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Wir haben für alle Gesteinsforscher ein paar Detailaufnahmen gemacht. Vielleicht ist ja etwas Interessantes für Sie dabei?


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Unweit vom Steinbruch gelangen wir über zwei Holzbrücken zu einem alten römischen Straßenposten und einer Handwerkzone. Der Fundplatz „Steinrütsch“, unmittelbar an der Römerstraße gelegen, erfuhr unterschiedliche Interpretationen: Sollte hier – dafür sprächen halbrunde Abdecksteine – eine Wasserversorgungsanlage errichtet werden? Oder befand sich hier – behauene Steine und Schlacken als Indiz – ein Werkplatz von Stein- und Metallhandwerkern? Oder handelt es sich eher doch um eine Station der römischen Straßenpolizei? Diese Deutung stützt sich auf gewisse Baureste und einen Meilenstein mit dem Namen des Kaisers Traianus Decius. Vielleicht haben wir sogar die Straßenstation jener Soldaten vor uns, die auf „Görresburg“ die Matronen so innig verehrten.


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Die Stationen 11 bis 13 (siehe Übersichtskarte oben) haben wir bewusst ausgelassen, um an der 14. Station, dem versteckt gelegenen Picknickplatz, eine kurze Rast einzulegen. Hier genießen wir an einem schattigen Plätzchen neben der Kühle auch die Stille des Waldes. Ein optimaler Rastplatz vor Allem auch für Schulklassen und Gruppen.


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Jetzt geht der Belag des Forstwegen von Schotter in Asphalt über und führt uns vorbei an blühenden Feldern zu unserer nächsten Etappe, dem Bienenstand. Hier sollte man Ruhe bewahren und keinesfalls hektisch reagieren. Denn so werden die fleissigen Bienen bei ihrer Arbeit gestört und können mit einem Stich reagieren.


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Wir nähern uns dem Ziel des Erlebnispfades und kommen zum 16. Punkt, der wohl die meiste Zeit in Anspruch nehmen könnte: Auf Korallensuche.

Die fossilienreiche, brachliegende Ackerfläche auf der Höhe des ehemaligen Korallenriffs aus dem Eifeler Devonmeer lädt zum Sammeln und Erkennen von Fossilien ein. Wir haben am heutigen Tag leider keine gefunden. Vielleicht haben Sie ja Erfolg?


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Wir kommen nun zum Ende unserer heutigen Reise und zeigen Ihnen gerne noch den herrlichen Ausblick auf Nettersheim und der umliegenden Landschaft:


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Mit diesen Bildern möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse bedanken und hoffen, dass wir Ihnen den Erlebnispfad Nettersheim für Ihre nächste Wanderung empfehlen konnten.

Beste Grüße,

Thomas Wamberg

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